MI-Branche: Bedeutender Bestandteil der Kultur- und Kreativwirtschaft

Die drei wichtigsten Säulen der Musikwirtschaft in Deutschland sind die Konzert- und Veranstaltungsbranche (Theater- und Konzertveranstalter, Konzerthäuser etc.), die Phonobranche (Tonträgerverlage, Musikverlage, Einzelhandel mit bespielten Tonträgern etc.) und die MI-Branche (Einzelhandel mit Musikinstrumenten und Noten, Großhandel und Herstellung von Musikinstrumenten). Sie und noch einige weitere kleinere Teilmärkte, wie beispielsweise Musik- und Tanzensembles, selbstständige Musiker/-innen und diverse Dienstleistungen für die darstellende Kunst, bilden die deutsche Musikwirtschaft als Teilmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft ab.

Die MI-Branche steht mit ihren Handelswaren und Produkten am Anfang einer ökonomisch wertvollen Wertschöpfungskette eines Teilmarktes innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft und somit im Schlüsselbereich einer gesamten Industrie. Mit ihren Unternehmen ist die MI-Branche erwerbswirtschaftlich orientiert und befasst sich mit der Schöpfung, Herstellung, Produktion, Verteilung und dem Inverkehrbringen bzw. Verkauf von kulturellen und kreativen Gütern und Dienstleistungen.

Der deutsche Gesamtmarkt mit Musikinstrumenten- und Musikinstrumentenequipment konnte im Jahreszeitraum von 2009 bis 2012 um insgesamt 14 Prozentpunkte zulegen. So stieg der Gesamtumsatz mit Musikinstrumenten und Zubehör – laut Angaben des Statistischen Bundesamtes – von 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2009 um 300 Millionen Euro auf ein Umsatzvolumen von knapp 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2013 an. Der Umsatzanteil des Facheinzelhandels am Gesamtumsatz betrug im Jahr 2012 rund 1,3 Milliarden Euro, was einem Anteil von 68 Prozent am Gesamtumsatz entspricht (s. Abb. 3a). Blickt man neun Jahre zurück und vergleicht die Umsätze des Einzelhandels mit Musikinstrumenten aus dem Jahre 2003 (969 Mio. Euro) mit den Umsätzen 2012 (1.265 Mio. Euro), zeigt sich eine Umsatzsteigerung von 30,5 Prozent.

Bei der näheren Betrachtung der Umsatzanteile der Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche am Gesamtmarkt der Musikwirtschaft wird deutlich, dass der Anteil von insgesamt 1,866 Milliarden Euro1 im Jahr 2012 an Bedeutung für die Musikwirtschaft zunimmt. Betrug das Verhältnis des Umsatzanteils der MI-Branche im Jahr 2009 nur knapp 26 Prozent vom Gesamtumsatz innerhalb der Musikwirtschaft, lag der Wert im Jahr 2012 bei 26,9 Prozent.

Wertschöpfungskette: Strukturen des Gesamtmarktes innerhalb der MI-Branche

Die MI-Branche zeichnet sich durch die polymorphe Symbiose ihrer Marktteilnehmer aus. So befinden sich Hersteller, Großhändler (Vertriebe), Einzelhändler und die dazugehörigen Verlage (Medien sowie Noten) in einem bilateralen Verhältnis der Wertschöpfungskette. Alle Teilbereiche des Musikinstrumenten- und Musikequipmentmarktes stehen in Abhängigkeit zueinander, bedingen einander und bilden somit die MI-Branche ab.

Für die folgende Darstellung liegen Daten einer amtlichen Statistik vor. Die empirischen Analysen stützen sich jedoch auf allgemein zugängliche Daten des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit sowie auf eigene Branchenstatistiken und Sonderauswertungen. Dargestelltes steht in keiner direkt gesamtmonetären Relation, sondern stellt vielmehr eine Individualeffizienz der einzelnen Teilbereiche der Umsätze innerhalb der Branche dar.

Branche

Die MI-Branche sieht sich als Ursprung und Kern der Musikwirtschaft und somit als Teil der Kultur- und Kreativindustrie. So nutzen beispielsweise andere Industrien wie die Werbe- und Filmbranche, die Musikindustrie (Phonoindustrie) und die Rundfunkwirtschaft die Inhalte und Produkte der MI-Branche und erwirtschaften damit Milliarden-Umsätze.

Gerade deshalb kann die ökonomische Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft gar nicht deutlich genug herausgestellt werden: Seit Ende der 80er-Jahre entwickelte sie sich bezogen auf Umsatz und Beschäftigung zu einem der dynamischsten Wirtschaftszweige. Allein im Jahr 2008 hat sie schätzungsweise 65 Milliarden Euro zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung (Bruttowertschöpfung) in Deutschland beigetragen. Damit ist sie vergleichbar mit den großen Industriesektoren Automobil, Maschinenbau und Informations- und Kommunikationstechnologie.

Der Verband SOMM - Society Of Music Merchants e. V. – Spitzenverband der Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche in Deutschland – vertritt die Interessen von knapp 60 Unternehmen aus den Bereichen Herstellung, Vertrieb, Handel und Medien aus der Musikinstrumentenbranche, die rund zwei Drittel des deutschen MI-Marktes repräsentieren. Der Verband koordiniert die Branchenbelange nach innen und außen und hält intensive Kontakte zu politischen Gremien, Behörden, Institutionen sowie anderen Wirtschaftsverbänden und Marktpartnern. Zu diesen Marktpartnern gehören unter anderem:

Messe Frankfurt

  • Beratung der Messe Frankfurt
  • Koordination, Vorbereitung und Durchführung eines Messeauftritts im Sinne der Mitglieder
  • Koordination von Arbeitskreisen zur Verbesserung der Messestruktur im Sinne der Mitglieder
  • Beteiligungen am Beirat


NAMM


Ein ständiger Informations- und Meinungsaustausch mit diesen Marktpartnern findet mindestens zweimal jährlich statt.


Darüber hinaus finden jährlich mehrere für die Branche wichtige Messen und Events weltweit statt.

Kultur- und Kreativwirtschaft

Ob Architektur, Musik oder Werbung - die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine vielfältige Branche. Ihr gehören sowohl freiberuflich arbeitende Künstler und Kulturschaffende als auch Kleinstunternehmerinnen und Unternehmer wie Kunsthändler, Agenten und Galeristen an. Darüber hinaus zählen auch mittelständische Unternehmen wie Film- oder Musikproduzenten, Hersteller von Musikinstrumenten oder Computerspielen sowie Verlage dazu.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft setzt ihren Erfolgskurs weiter fort. In 2010 hat sich ihr Umsatz um 2,2 Prozent auf 137 Mrd. Euro erhöht. Ihre Bruttowertschöpfung liegt damit bei knapp 64 Mrd. Euro. Dies unterstreicht noch einmal eindrucksvoll, in welch bedeutsamem Umfang die Kreativität und Innovationsfreude der Branche zu Wachstum und Wohlstand in Deutschland beiträgt. Damit gehört die Kultur- und Kreativwirtschaft zu den wichtigen deutschen Wirtschaftsbranchen. 

(Quelle: Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung)

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Weitere Informationen zur Branchenstruktur finden Sie in den Ausgaben des Jahrbuch der Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche.

SOMM-AKADEMIE

Professionelle Fort- und Weiterbildung in der MI-Branche. Mehr ...

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