02.07.2007

SOMM tritt Arbeitskreis für Erhalt kabelloser Mikrofone bei

Kulturelles Leben eingeschränkt: Neue Mobiltelefonie-Technik gefährdet Einsatz kabelloser Mikrofone
SOMM e.V., Organisation der Musikinstrumente- und Musikequipment- Branche, ist dem Arbeitskreis "Professionelle Mikrofon Systeme" der Deutschen Kommission Elektrotechnik (DKE) beigetreten. Der Arbeitskreis setzt sich in erster Linie für den Erhalt der Funkfrequenzen im so genannten „UHF“-Bereich für drahtlose Mikrofonie ein: Mit der Ausweitung des so genannten Digital Video Broadcast-Handhelds (DVB-H) auf UMTS Basis werden vermehrt Frequenzen in Anspruch genommen, die jetzt für den Einsatz kabelloser Mikrofone zur Verfügung stehen. Mit DVB-H können Multimediadienste, insbesondere digitales Fernsehen, für Mobiltelefone und andere kleine mobile Geräte über Rundfunkwellen ausgesendet werden. Da es derzeit keine echten Alternativen für diese Frequenzen im Mikrofonbereich gibt, würde die Nutzung im Profi- und Freizeiteinsatz entschieden eingeschränkt oder nicht mehr möglich sein. Ein Verlust dieser Frequenzen hätte weit reichende Folgen für den kulturellen und gesellschaftlichen Bereich, wie beispielsweise am Theater, in Fernsehstudios, Mehrzweckhallen, Sportstätten, Kirchen, Kongresshäusern, Hotels, bei Events oder auch für Verleiher von Veranstaltungsequipment. Interpreten würden in ihrer künstlerischen Ausdrucksfähigkeit künftig stark eingeschränkt sein.

Da derzeit keine praktikablen Alternativen zu der existierenden Mikrofontechnologie zur Verfügung stehen, bedeutet diese Entwicklung eine enorme finanzielle Belastung für alle Beteiligten. In den letzten Jahren wurden Milliarden in die bestehende professionelle Audiotechnik investiert, die jetzt in Ansätzen schon nicht mehr nutzbar ist. Es müssten neue Produkte entwickelt und angeschafft werden, was aufgrund fehlender Alternativ-Technologien auf dem Markt nicht möglich ist. Deshalb wurde mit dem Arbeitskreis „Professionelle Mikrofon Systeme“ ein Sprachrohr geschaffen, das in den Gremien für europäische und internationale Frequenzvergabe mitdiskutiert und die Interessen der Nutzer von kabellosen Mikrofonen vertritt. Wichtige Mitglieder des Arbeitskreises neben der SOMM sind die Bundesnetzagentur, die Vertreter der Rundfunk- und Fernsehanstalten, die wichtigsten Verbände der Musik- und Professional-Branche sowie die Mikrofonhersteller.

„Wir sind über die gegenwärtige Entwicklung sehr besorgt und befürchten langfristig eine Verarmung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens ohne kabellose Mikrofone. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, uns in diesem Arbeitskreis zu engagieren und diese Problematik einer breiten Öffentlichkeit deutlich zu machen. Schließlich betrifft es uns alle, wenn Performances von Künstlern oder Auftritte von Personen des öffentlichen Lebens entschieden eingeschränkt werden“, so Garry Baumeister, Geschäftsführer SOMM e.V.